Projekt Beschreibung

Update: Buhanka lässt sich zwar noch nicht angreifen, schnuppert aber mittlerweile schon interessiert an den Händen ihrer Besucher.

 

Für ihre (geschätzten) vier Jahre hat Buhanka schon viel erlebt.

Im Frühjahr 2019 wurde die scheue Streunerin gefangen und zu uns gebracht; wir versorgten und kastrierten sie, und bemühten uns in den darauffolgenden Wochen sehr, ihr Vertrauen zu gewinnen, leider ohne Erfolg. Buhanka blieb ängstlich und scheu, und irgendwann kamen wir einstimmig zu dem Entschluss, dass es für sie das Beste wäre, bei einem Reitstall unterzukommen, wo sie Unterschlupf und Futter erhält, aber ansonsten frei ihrer Wege ziehen kann. Wie wörtlich sie das mit den Wegen nehmen würde, konnten wir ja nicht ahnen …

Kurz darauf ergab sich die einmalige Gelegenheit für Buhanka, zusammen mit Marla, die ebenfalls nie zutraulich geworden war, auf einen großen Reiterhof im Pinzgau zu ziehen. Die beiden packten also ihre Köfferchen und siedelten ins Innergebirg. Doch während Marla die Annehmlichkeiten dort (Heubad, Frühstück ans Bett) gleich sehr zu schätzen wusste und im Laufe der Zeit sich sogar mit einem Islandpferd so eng anfreundete, dass sie schließlich auf dessen Rücken schlief, fühlte Buhanka sich, aus welchem Grund auch immer, weniger wohl, und bald berichteten die Reiter, dass sie immer nur eine der beiden braunen Katzen, eben Marla, sehen würden.

Buhanka war verschwunden, konnte sich aber doch nicht weit vom Stall aufgehalten haben, denn einige Wochen später wurde sie von aufmerksamen Passanten auf den nahen Gleisen torkelnd aufgefunden und zum Tierarzt gebracht, der eine Vergiftung mit dem derzeit sehr häufig angewendeten Stoff alpha-Chloralose (in manchen Mäusegiften enthalten) feststellte. Wie schlecht es ihr ging, zeigt sie Tatsache, dass sie ohne Probleme hochgenommen werden konnte. Dank der intensiven Behandlung erholte sie sich jedoch schnell, und anhand ihrer Markierung konnte Buhanka dann uns zugeordnet und abgeholt werden.

Da sie sich ganz in der Nähe des Stalles aufgehalten hatte, beschlossen wir, sie dort noch einmal auszulassen – vielleicht war sie ja einfach nur eine Meisterin im Verstecken, und erst durch die Vergiftung und die daraus resultierende Bewusstseinstrübung zu den Gleisen gelangt. Gesagt, getan – und wieder ward Buhanka nicht mehr gesehen.

Bis sie im Dezember  20 wieder in der gleichen Tierarztpraxis abgegeben wurde – und wieder mit den gleichen Vergiftungserscheinungen. Nur hatte Buhanka sich diesmal nicht einmal mehr in der weiteren Umgebung des Reitstalls befunden, sondern mitten in der einige Kilometer entfernten Stadt, liegend vor dem Polizeiposten. Auch von dieser Vergiftung erholte sie sich zum Glück schnell, aber für uns war klar, dass wir sie kein drittes Mal an dem Ort auslassen würden, an dem sie ganz offensichtlich nicht bleiben wollte oder konnte.

Und so hockt sie jetzt wieder bei uns im Katzenzimmer, schaut raus und träumt davon, dass sie vielleicht doch noch eine Chance bekommt, frei und dennoch versorgt zu sein, irgendwo bei einem lieben Menschen oder in einem Stall.

Da wir nicht wissen, ob Buhanka wieder das Streunerleben für sich entdecken würde, wäre ein gesicherter Freigang für sie ideal.